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Das Innovationsnetzwerk der Textilbranche

Innovationstools | Open Innovation

Kunde als Entwicklungspartner

Der Begriff bezeichnet laut Wikipedia „die Öffnung des Innovationsprozesses von Organisationen und damit die aktive strategische Nutzung der Außenwelt zur Vergrößerung des Innovationspotenzial“. Wurden früher neue Produkte geheim und hinter verschlossenen Türen entwickelt, erfolgt heute eine gezielte Einbindung von Kunden, Forscher, Lieferanten und Partner in die Innovationsaktivitäten.

Doch warum sollte man als Unternehmen gezwungen sein, seinen Innovationsprozess zu öffnen? Geht es nach Gassmann und Enkel, so führt der steigende Wettberwerbsdruck durch die Globalisierung und die kürzeren Lebenszyklen der Produkte die Unternehmen zu diesem Schritt. Beispiele aus der Praxis beweisen den Erfolgscharakter dieser Methode: der Skistiefelhersteller Dalbello setzte Open Innovation ein, um in der Entwicklungsphase eines Skistiefels frühzeitig Konsumentenfeedback zu erhalten. Vetter Pharma hat im vergangenen Jahr im Rahmen einer Open Innovation Challenge "Injektion 2.0" die Fragestellung behandelt, wie digitale Trends sinnvoll und gewinnbringend im Alltag von Anwendern genutzt werden können. Die prämierte Siegeridee beinhaltete dabei nun ein System, welches die Dokumentation der Medikamentenverabreichung einfacher, schneller und sicherer macht.

Open Innovation als Chance für den Mittelstand

Ein weiterer Punkt zur „Innovation im Verbund“ ist die für das einzelne Unternehmen geringere Ressourceneinsatz und damit ganz klar eine Risikominimierung für die Akteure.
Auch in dem jährlich stattfindenden Open Innovation Kongress in Baden-Württemberg umriss Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut in ihrer Eröffnungsrede 2019 diese Eckpunkte. „Open Innovation ist eine Riesenchance, insbesondere für den Mittelstand. Nutzen Sie diese und öffnen Sie ihr Unternehmen für Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, aber auch mit anderen Unternehmen oder dem Kunden selbst. Vernetzung führt zu höherer Innovationsdynamik und größerem wirtschaftlichen Erfolg. Kräfte bündeln, zusammen Neues schaffen, schneller werden.“

Die beiden bereits erwähnten Wissenschaftler Gassmann und Enkel haben 2014 durch die Datenanalyse von 124 größeren und mittelständischen Unternehmen drei Kernprozesse des Ansatzes identifizieren können:

  •     Outside-in-Prozess
  •     Inside-out-Prozess
  •     Coupled-Prozess

Umsetzung im Unternehmen

Betrachten wir Open Innovation, so setzen wir heutzutage den letzten Prozess mit Open Innovation gleich, aber auch schon die Einbeziehung neuer Mitarbeiter kann ein Teil des Prozesses sein.
Wie kann nun ein solcher Prozess im Unternehmen umgesetzt werden?

Rein technisch sind webbasierte Plattformen am einfachsten umzusetzen um Anwender und Konsumenten in die Produktentwicklung mit einzubeziehen. Doch vor der Technik steht natürlich auch hier die genaue Analyse des Unternehmens und damit die Definition von Geschäftsfeldern bei denen eine Öffnung des Unternehmens hilfreich ist.

Outside-In-Prozess

Integration externen Wissens in den Innovationsprozesses

Beispiel: Einbeziehung besonders fortschrittlicher Verbraucher in die Entwicklung neuer Produkte.

Inside-Out-Prozess

Externalisieren von internem Wissen.

Beispiel: externe Kommerzialisierung von Innovationen durch das Investment in neue Geschäftsfelder außerhalb des Unternehmens. Die Entwicklung von Teflon.

Coupled-Prozess

Kooperation von komplementären Partnern wie auch Wettbewerbern in strategischen Allianzen oder Innovationsnetzwerken.

Beispiel: Freigabe des Quellcodes von Softwareunternehmen

Open Innovation: Kurz erklärt!