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Best Practice

Eine digitale Roadmap für die Gruschwitz Textilwerke AG

Welcher Fahrplan ist sinnvoll für die digitale Transformation? Dieser Aufgabe widmete der Spezialist für technische Zwirne als einer der ersten „Kunden“ des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Textil vernetzt. Das Ergebnis: Eine digitale Agenda, die dem Unternehmen seine Vorreiterposition sichert.

Die Firma Gruschwitz Textilwerke AG aus Leutkirch im Allgäu produziert technische Zwirne für unterschiedlichste Anwendungen, in aller Regel im Bereich der technischen Textilien. Dazu steht am Standort in Leutkirch ein großer Maschinenpark mit etwa 100 Maschinen unterschiedlichster Hersteller zur Verfügung. Mit seinem Spektrum an Maschinen deckt das Unternehmen die Prozessschritte Zwirnen, Spulen, Beschichten, Fachen und Flechten ab.

Wir sind mit dem Ergebnis der Roadmap mehr als zufrieden. Ziel ist es, immer ein bisschen schneller als die anderen zu sein.

Ditmar Schultschik, CEO Gruschwitz Textilwerke AG

In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen bereits erste Schritte hinsichtlich der Modernisierung seiner Produktion getätigt. Schwerpunkt war die Umsetzung eines Lean-Management-Systems. Die Digitalisierung der Produktion ist der nächste Schritt und wurde als strategisches Ziel festgelegt. Das Unternehmen aus dem Allgäu wandte sich daher an Textil vernetzt, um sich über die Einführung digitaler Anwendungen im Unternehmen zu informieren. Um zu sehen, wo das Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung derzeit steht, wurde es zunächst einem Industrie 4.0- Readiness-Check unterzogen. Hierbei mussten nicht nur die Bedarfe der unterschiedlichen Abteilungen, sondern auch der Zustand der für die Fertigung genutzten Maschinen bedacht und zusammengetragen werden. Das Unternehmen produziert bereits mit modernen Bestandsmaschinen, allerdings erfolgen Teilprozesse auch mithilfe älterer Geräte. Im anschließenden Rundgang erläuterten die Textil vernetzt-Partner, wo sich erste Digitalisierungspotenziale im Unternehmen finden ließen.

In einem zweiten Workshop kamen Dr. Karl-Peter Fritz, Textil vernetzt-Projektleiter bei Hahn-Schickard, und Alexander Artschwager, Textil vernetzt-Projektleiter an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF), mit den beiden Vorständen Klaus Gudat und Ditmar Schultschik in Leutkirch zusammen.

Ziel des Treffens war, die im Rahmen der Unterstützungsleistung von Textil vernetzt vereinbarte Digitalisierungs-Roadmap zu priorisieren und erste Umsetzungsschritte herauszuarbeiten. Ziel von Gruschwitz ist es, gegenüber anderen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. „Tatsächlich sehen wir in der Digitalisierung mehr Chancen als Risiken“, so Ditmar Schultschik im Rahmen des Workshops.

In einem zweiten Workshop kamen Dr. Karl-Peter Fritz, Textil vernetzt-Projektleiter bei Hahn-Schickard, und Alexander Artschwager, Textil vernetzt-Projektleiter an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF), mit den beiden Vorständen Klaus Gudat und Ditmar Schultschik in Leutkirch zusammen. Ziel des Treffens war, die im Rahmen der Unterstützungsleistung von Textil vernetzt vereinbarte Digitalisierungs-Roadmap zu priorisieren und erste Umsetzungsschritte herauszuarbeiten. Ziel von Gruschwitz ist es, gegenüber anderen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. „Tatsächlich sehen wir in der Digitalisierung mehr Chancen als Risiken“, so Ditmar Schultschik im Rahmen des Workshops. 

Das Endergebnis

Die vereinbarte Roadmap beinhält die Umsetzung eines Lean-Managements. Im Fokus steht die Steigerung der unternehmerischen Produktivität mittels Einführung automatisierter Anwendungen. Dabei sollen überflüssige Prozessschritte vermieden und komplexe Strukturen reduziert werden. Die Lösungen, die das Textil vernetzt-Team für das Unternehmen konzipiert, schließen unter anderem eine auftragsbezogene Arbeitszeiterfassung zur Berechnung von Deckungsbeiträgen ein, wenn mehrere Aufträge an der Maschine parallel laufen. Auch sind die Nachrüstung von Sensorik in den Bestandsanlagen, eine zentrale Maschinenzustandserfassung und Verknüpfung mit dem ERP-System angedacht. Textil vernetzt unterstützt hierbei nicht nur bei der Konzipierung der einzelnen Schritte, sondern auch bei der Qualifizierung und Einarbeitung der Mitarbeiter für die Handhabung der neuen digitalen Anwendungen.

„Wir sind mit dem Ergebnis der Roadmap mehr als zufrieden“, so Gruschwitz-Vorstand Ditmar Schultschik und erklärt: „Nun gehen wir in die Planung der konkreten nächsten Schritte.“ Auf der Agenda des Unternehmens steht u.a. der Start eines Webshops, um Bestandskunden langfristig zu binden. Mit der Einführung eines neuen ERP-Systems sollen zwei ältere Systeme abgelöst und die Prozesse im Unternehmen weiter optimiert werden. Gruschwitz plant für die nächsten Digitalisierungsprojekte erneut auf die Unterstützung der Projektpartner zurückzugreifen: So soll eine Zwirn- und eine Spulmaschine mit spezieller Sensorik aufgerüstet werden, um diese Testmaschinen in das Betriebsdatenerfassungs-System integrieren zu können. Auch die Einführung eines computergestützten Assistenzsystems für die Endkontrolle ist geplant. Ziel ist, so betont Schultschik, „immer ein bisschen schneller als die anderen“ zu sein, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und entsprechend Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Auf dem Weg in die digitale Zukunft: Textil vernetzt-Praxisprojekt mit der Gruschwitz Textilwerke AG

Ihr Ansprechpartner

Dr.-Ing. Karl-Peter Fritz

Projektleiter Textil vernetzt/ Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte For­schung e. V.

fritz@textil-vernetzt.de